Performance Max optimieren: 4 Schritte gegen die häufigsten Performance-Max-Fehler
Das Dashboard zeigt "Optimierung läuft", aber die Leads bleiben aus. Pmax zieht Budget aber liefert keine Conversions? Willkommen im Club. PMax ist wahrscheinlich die am meisten missverstandene Kampagnenform in Google Ads – und das liegt nicht daran, dass sie schlecht ist.
Es liegt daran, dass fast niemand versteht, wie sie optimiert werden muss.
Hier sind die vier Stellschrauben, mit denen Sie Ihre Performance Max Kampagne optimieren können. Keine Wundermittel, keine Hacks – einfach das, was in der Praxis den Unterschied macht.
Zuerst das Wichtigste: Verstehen Sie die Hierarchie
PMax ist anders als jede andere Kampagne, die Sie kennen. Sie können hier nicht auf "Klicks maximieren" oder "Ziel-Impression-Share" stellen. Es gibt nur zwei Optionen: Conversions maximieren oder Conversion-Wert maximieren. Punkt.
2 Gebotsoptionen - mehr lässt Ihnen Performance Max nicht zu
Das bedeutet: Google entscheidet den Großteil der Aussteuerung selbst. Sie haben weniger Stellhebel als bei Search oder Shopping – dafür ist der eine Hebel, den Sie haben, umso entscheidender: Ihre Conversion-Daten.
Negativ Beispiel:
Wenn Sie bei einer B2B-Kampagne "Add to Cart" oder einen einfachen Formular-Klick als Conversion definieren, sagen Sie Google im Klartext: "Bring mir mehr davon." Google macht dann exakt das – auch wenn diese Klicks nie zu echten Kunden werden.
Ein weiterer Punkt, der oft übersehen wird: PMax sollte niemals Ihre erste Kampagne in einem neuen Account sein. Bevor ich bei einem Kunden an den Einsatz einer Performance Max denke, muss das Konto mindestens 30 Conversions in 30 Tagen liefern – vorher fehlt schlicht die Datenbasis. Und beim Budget gilt eine simple Faustregel: Ihr Tagesbudget sollte mindestens Ihrem Cost-per-Conversion entsprechen. Liegt Ihr CPA bei 50 Euro, brauchen Sie auch 50 Euro Tagesbudget – sonst kommt die Kampagne nie in Fahrt. Lesen Sie hier einen Artikel in dem es genau darum geht und wieso fehlende Conversion Daten zu den häufigsten Fehlern überhaupt gehört: 🔗 Der größte Google-Ads-Fehler: Auf Conversions optimieren, obwohl keine da sind
Schritt 1: Die Kampagneneinstellungen, die kaum jemand prüft
Gehen wir in die Einstellungen, über das kleine Zahnrad-Symbol. Vier Dinge müssen hier stimmen:
Markenausschlüsse. Branded Traffic ist der günstigste Traffic überhaupt – und PMax liebt günstige Conversions. Ohne Markenausschluss frisst Ihnen die Kampagne genau diesen Traffic weg, den Sie eigentlich über eine separate Search-Kampagne mit eigener Budgetsteuerung abfangen wollen. Legen Sie hier eine Markenliste an und tragen Sie die eigenen URLs ein. Wer will, legt gleich eine zweite Liste für Wettbewerbermarken an.
Page Feeds. Praktisch, wenn Sie mehrere Produktkategorien oder Dienstleistungen anbieten, aber nur bestimmte davon über PMax bewerben wollen. Zu finden unter Tools → Business-Daten → Datenfeeds. Damit sagen Sie Google konkret, welche Seiten überhaupt als Ziel infrage kommen.
Demografische Ausschlüsse. Nur einsetzen, wenn Sie wirklich harte Daten haben, dass bestimmte Altersgruppen nie konvertieren. Ein Beispiel aus der Praxis: Ich schalte Performance Max für eine Immobilien Baufirma. Hier habe ich generell unter 25-jährige hart ausgeschlossen.
Standort-Einstellung. Unbedingt auf "Präsenz" stellen, nicht "Präsenz oder Interesse". Sonst bewerben Sie Leute, die nur mal über Ihren Standort gesucht haben, aber gar nicht dort sind.
Geheimtipp aus der Praxis:
Wer bereits einen Ziel-CPA oder Ziel-ROAS eingestellt hat und jetzt nachträglich Markenausschlüsse hinzufügt, sollte das Gebotsziel kurz entfernen. Die Kampagne muss sich mit den neuen Regeln neu einpendeln – sonst kämpfen Sie gegen Ihr eigenes altes Datenmuster.
Schritt 2: Die richtige Performance Max Gebotsstrategie – warum "niedriger" oft "mehr" bedeutet
Sobald Sie einen Ziel-CPA oder Ziel-ROAS setzen, geben Sie Google eine Leitplanke vor. Das Problem: Viele setzen dieses Ziel zu ambitioniert – und wundern sich dann, warum die Kampagne kaum noch Traffic bekommt.
Ein Beispiel aus der Praxis: Bei einem E-Commerce-Kunden lag der Ziel-ROAS zu hoch. Er hat sich gewünscht, dass ihm Performance Max 650% ROAS beschert und das direkt so beim Gebot eingegeben. Die Kampagne bekam kaum Klicks. Nach Korrektur nach unten des Ziel ROAS stiegen Klicks, Conversions und – kontraintuitiv – auch der tatsächliche ROAS wieder an. Der Grund: Mit einem zu hohen Ziel gibt es einfach zu wenig Traffic, aus dem der Algorithmus lernen kann. Die Kampagne kannibalisiert sich selbst.
Wichtig: Sie müssen keinen Ziel-CPA setzen, nur weil die Option da ist. Ich warte in der Regel vier bis sechs Wochen stabile Performance ab, bevor ich ein Ziel einführe – als Richtwert sollte der Cost-per-Conversion nicht mehr als etwa 20 % schwanken. Ist das Konto noch volatil, zum Beispiel wegen interner Umstellungen beim Kunden oder Tracking-Problemen, bleibt "Conversions maximieren" ohne Ziel oft die bessere Wahl.
Ein zu ambitionierter Ziel-ROAS wirkt wie eine zu enge Leitplanke: Die Kampagne hätte Potenzial, bekommt aber keinen Raum, um Fahrt aufzunehmen.
Schritt 3: Wo gibt Google Ihr Geld eigentlich aus?
Unter Insights & Berichte → Channel Performance sehen Sie, über welche Netzwerke Ihr Budget läuft: Search, Shopping, YouTube, Display, Discovery, Gmail, Maps.
Meine Erfahrung nach Jahren mit PMax: Die besten Kampagnen stecken 95 % oder mehr des Budgets in Search und Shopping. Sobald mehr als 5 % in Display, Discovery oder YouTube abfließen, ist das fast immer ein Warnsignal – nicht, weil diese Kanäle schlecht wären, sondern weil Sie dort über eigene Kampagnen mit echter kreativer Kontrolle viel gezielter arbeiten können.
Danach: Suchbegriffe checken. Neuere PMax-Funktion, mit der Sie auch negative Keywords setzen können. Aber Vorsicht – nur weil Sie es können, heißt das nicht, dass Sie es tun sollten. Wer wahllos Keywords ausschließt, sabotiert genau die Datenbasis, von der PMax lebt. Nutzen Sie negative Keywords nur, um ganze Themen auszuschließen: Konkurrenzmarken, Produktkategorien, die Sie gar nicht anbieten. Nicht als Mikromanagement-Tool.
Schritt 4: Anzeigentexte und Landingpages – der oft vergessene Rest
Unter Assets → Performance können Sie nach Asset-Typ filtern, zum Beispiel nur Headlines. Schauen Sie sich an, welche Assets kaum Impressionen bekommen – das sind die, die Google für irrelevant hält. Genau die tauschen Sie aus.
Und dann das, was gerne übersehen wird: die Landingpage selbst. Unter Insights & Berichte → Berichtseditor finden Sie den Landingpage-Report.
Auch die beste Kampagne bringt nichts, wenn die Zielseite nicht konvertiert. Klickrate und Conversion-Rate pro Landingpage sind hier die entscheidenden Werte.
Checken Sie regelmässig die Assets der Performane Max Kampagne und entfernen Sie die low-performers
Fazit: Performance Max Fehler vermeiden statt Feuerwehr spielen
Performance Max ist kein Autopilot. Es ist ein Algorithmus, der so gut ist wie die Daten, die Sie ihm geben.
Die häufigsten Performance Max Fehler entstehen nicht bei den Headlines oder Keywords, sondern viel früher: bei einer schlecht definierten Conversion, fehlenden Markenausschlüssen oder einem zu ambitionierten Gebotsziel. Bevor Sie an Details schrauben, prüfen Sie Ihre Conversion-Definition, Ihre Kampagneneinstellungen und Ihr Gebotsziel. Der Rest ist Feintuning – wichtig, aber zweitrangig.
Wer bei PMax auf schnelle Hacks hofft, wird enttäuscht. Wer die Grundlagen sauber aufbaut, bekommt am Ende tatsächlich das, was versprochen wurde.
Lesen Sie mehr zum Thema “Wieso performen Google Ads schlechter mit KI” in meinem ausführlichen Artikel: Google Ads 2026: Google Ads performen schlechter?
Visibility Architect – Christian Rohner
✅ Performance Max strategisch weiterentwickeln, statt blind auf Automatisierung zu vertrauen: Nicht jede Kampagne profitiert automatisch von PMax – und nicht jedes Konto ist bereit dafür. Ich helfe dabei, Performance Max, klassische Search-Kampagnen und Shopping nüchtern einzuordnen und die richtige Kampagnenstruktur für Ihr Konto zu finden – nicht die trendigste.
✅ Kontrolle behalten, bevor der Algorithmus sie übernimmt: Wer Performance Max startet, sollte nicht einfach abwarten, was Google daraus macht. Ich unterstütze dabei, Markenausschlüsse, Gebotsstrategien und Conversion-Definitionen sauber aufzusetzen und bestehende Performance zu schützen, statt sie dem Algorithmus zu überlassen.
✅ Die Datenbasis schaffen, auf die Performance Max angewiesen ist: Ob Conversion-Tracking, Produktfeeds oder Landingpages – PMax funktioniert nur so gut wie die Daten, die dahinterstehen. Ich sorge dafür, dass Ihr Konto diese Grundlagen hat, statt erst zu reagieren, wenn das Budget schon verbrannt ist.
Schnelle Fragen und Antworten zum Thema Performance Max optimieren
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Erst wenn Ihr Konto mindestens 30 Conversions in 30 Tagen liefert. Vorher fehlt schlicht die Datenbasis, damit der Algorithmus überhaupt lernen kann. PMax sollte deshalb nie die erste Kampagne in einem neuen Konto sein.
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Als Faustregel gilt: mindestens Ihr aktueller Cost-per-Conversion. Liegt der bei 50 Euro, brauchen Sie auch mindestens 50 Euro Tagesbudget – sonst kommt die Kampagne nie in Fahrt und generiert nicht mal eine Conversion pro Tag.
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Ohne Markenausschluss zieht PMax bevorzugt den günstigsten Traffic – und das ist meist Branded Traffic, den Sie ohnehin schon über Ihre Marke bekommen würden. Ein Markenausschluss lenkt das Budget stattdessen in echte Neukundengewinnung und lässt sich sauber über eine separate Search-Kampagne abdecken.
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Das Ziel wird zu ambitioniert gesetzt. Ein zu niedriger Ziel-CPA oder zu hoher Ziel-ROAS bremst die Kampagne aus, weil zu wenig Traffic übrig bleibt, aus dem der Algorithmus lernen kann. Oft hilft es kontraintuitiv, das Ziel zu senken, statt es zu verschärfen.
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In der Regel vier bis sechs Wochen stabile Performance abwarten. Als Richtwert sollte der Cost-per-Conversion in dieser Zeit nicht mehr als etwa 20 % schwanken, bevor ein festes Gebotsziel gesetzt wird.
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Bei gut laufenden Performance-Max-Kampagnen liegen 95 % oder mehr des Budgets in Search und Shopping. Fließen mehr als 5 % in Display, Discovery oder YouTube ab, ist das meist ein Warnsignal für schwache Kampagnenqualität.
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Nein. Negative Keywords sollten nur ganze Themen ausschließen – etwa Konkurrenzmarken oder Produktkategorien, die Sie gar nicht anbieten. Wahlloses Ausschließen einzelner Keywords sabotiert die Datenbasis, von der PMax lebt.